Rezension: Six of Crows.

Ich weiß, ich komme damit mal wieder sehr spät zur Feierlichkeit und habe mir eigentlich auch viel zu viel Zeit beim Lesen gelassen, aber.. Leute! Six of Crows! Holy Macaroni! Das war vielleicht ein Ritt!

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Titel: Six of Crows
Nachfolger: Crooked Kingdom [Herbst 2016]
Autorin: Leigh Bardugo
Verlag: Hachette Children’s Group – Hardcover – 495 Seiten
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Worum gehts

Ketterdam: a bustling hub of international trade where anything can be had for the right price-
and no one knows that better than criminal prodigy Kaz Brekker.
Kaz is offered a chance at a deadly heist that could make him rich beyond his wildest dreams. But he can’t pull it off alone… A convict with a thirst for revenge. A sharpshooter who can’t walk away from a wager. A runaway with a privileged past. A spy known as the Wraith. A Heartrender using her magic to survive the slums. A thief with a gift for unlikely escapes. Six dangerous outcasts. One impossible heist. Kaz’s crew is the only thing that might stand between the world and destruction―if they don’t kill each other first.

Meine Meinung

Darf ich gleich zu Anfang ganz kurz oberflächlich sein und betonen, dass Six of Crows einfach mal das wunderschönste Buch ist, das ich seit langem in den Händen halten durfte? Dieser Schutzumschlag, die schwarzen Seiten, die Gestaltung der Kapitelüberschriften.. Es ist der Traum eines jeden Buchnerds! <3

Okay, jetzt wo wir das geklärt haben, kommen wir ohne große Umschweife auf die Inneren Werte zu sprechen: Eigentlich war ich nicht sonderlich gespannt auf Six of Crows, das muss ich wirklich zugeben. Zwar habe ich Anfang 2015 schon die Grischa-Trilogie von Leigh Bardugo gelesen und für sehr gut befunden, aber grundsätzlich hatte ich nicht das allergrößte Bedürfnis verspürt, nach Ravka und Umgebung zurückzukehren. Das ist auch der Grund, warum ich erst jetzt mit auf den Hype-Train aufspringen und euch sagen kann: Lest dieses Buch! Los, schnell! Es ist die pure Genialität!

Aber warum ist es die pure Genialität, Isa?“ höre ich euch fragen. C’mere and I’ll tell ya!

Not my edit, of course.

Das allererste, was mir in den Sinn kam, als ich Six of Crows beendet hatte, war: „Oh, mein Gott, was muss sich diese Frau beim Schreiben der Grischa-Trilogie zurückgehalten haben.“ Denn nur so – oder durch eine extreme Weiterentwicklung ihrerseits – kann ich mir erklären, wie Leigh Bardugo dieses Meisterwerk abgeliefert hat. Wie gesagt, ich fand die Grischa-Trilogie sehr gut, doch es hatte eben auch so seine Ecken, an denen ich angestoßen bin.. Aber alles was mir damals an Alina [der Hauptperson der Reihe] auf den Senkel gegangen ist, war plötzlich weggeblasen! Keine ellenlangen nervigen inneren Monologe, keine übelsten Selbstzweifel, keine Langeweile.. Gar nichts davon! Stattdessen werden uns jetzt sechs Charaktere hingestellt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber eins gemeinsam haben: Sie sind unheimlich Badass. Und nicht nur das. Sie wissen, was sie können und verlassen sich auch in verdammt schwierigen Situationen auf ihre Fähigkeiten. Jeder Einzelne ist realistisch ausgearbeitet, wirkt so menschlich und hat eine komplexe Hintergrundgeschichte, die nach und nach enthüllt, warum er/sie so geworden ist, wie er/sie eben ist. Besonders hervorgestochen hat für mich hierbei Kaz Brekker: Dirtyhands, the Bastard from the Barrel. Während er in den ersten Kapiteln noch unnahbar, kalt und absolut überlegen wirkt, dreht sich das im Laufe der Geschichte komplett um und mit jeder Seite über seine Vergangenheit wird eine weitere Schicht seiner „Rüstung“ niedergerissen.

Grundsätzlich kommt mir Six of Crows sehr viel erwachsener vor, als Leigh Bardugos bisherige Veröffentlichungen. Zwar sollen die Hauptfiguren auch alle um die 16-18 sein, sie kommen aber definitiv in ihrem denken/handeln sehr viel älter rüber – Ich hätte alle so in die Mittzwanziger-Schiene gesteckt.. Vielleicht bin ich aber auch einfach so gebeutelt von den typischen Young Adult Charakteren, dass ich praktisch schon davon ausgehe, dass alle Teenager nervige, weinerliche Loser sind.. Wer weiß?

In diesem Zusammenhang fand ich es auch sehr erfrischend, dass es endlich mal keine bescheuerten Love Triangles oder sonstigen Klischee-Bullshit gab. Holy C[r]ow, das hat mich so glücklich gemacht! <3 Zwar gibt es auch potentielle Ships [von denen eins – wenn mich nicht alle meine Gaydar-Sinne gewaltig täuschen – nicht Hetero ist. Danke dafür, Leigh!], die ich alle segeln sehen will, aber keine dieser Romanzen geht einem auf die Nerven. Weil sie im Hintergrund stattfinden, nicht übertrieben werden und der eigentlich Mission nie im Weg stehen. Und auch Freundschaften bleiben nicht auf der Strecke! Alle kommen sich im Laufe der Reise näher, lernen, sich gegenseitig zu Schätzen und zu Vertrauen. Besonders wunderbar fand ich die Freundschaft zwischen Inej und Nina, die so echt und liebenswürdig dargestellt wurde. Kein Girl-On-Girl Hate! In keinem einzigen Moment! ENDLICH!

Es waren aber nicht nur die Charaktere, die mich auf ganzer Linie überzeugen konnten. Nein, die ganze Handlung an sich – der Plan, die Reise zum Ice Court und der eigentliche Raubzug – war auch sehr raffiniert gestrickt und in keinem Moment langweilig. Ich war ständig gespannt, was als nächstes passieren wird und wurde immer wieder positiv von Leigh Bardugos Ideen überrascht. Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen und hat einfach nur extreme Lust auf mehr gemacht. Der September kann also gar nicht schnell genug kommen, damit ich endlich Crooked Kingdom lesen kann!

Fazit

Was soll ich hier noch für ein großes Fazit ziehen? Ihr habt meine Schwärmerei ja gerade gelesen und vielleicht auch schon meine 100 Tumblr-Reblogs pro Tag ertragen müssen. Ich bin schlicht und einfach begeistert von Six of Crows und empfehle jedem, sich dieses Buch mal zu gönnen.
Übrigens müsst ihr die Grischa-Trilogie nicht gelesen haben, um euch in Ketterdam zurechtzufinden. Nach den ersten paar Kapiteln seid ihr sowieso voll im Geschehen und kriegt schon mit, was ihr über die Welt der Grischa wissen müsst. Und wer sagt: „Ach, nee. Die Trilogie war mir zu kindisch und weinerlich und [*sonstige Beschwerde einfügen*]..“ – FEAR NOT! Dieses Buch ist so viel erwachsener und leidet auch keineswegs unter den typischen „Jugendbuch“-Klischees. Also los jetzt! Ich will keine Ausreden mehr hören – Gönnt euch! Lest es. Und wenn ihr fertig seid, sagt Bescheid und dann können wir gemeinsam nach Fanfiction suchen [auf AO3 hab ich schon alle durch, aber vielleicht findet ihr noch andere?!] und in Erwartung auf Crooked Kingdom fürchterliche Qualen leiden. Das wird total super!

Fünf SterneOkay, es wird sicher niemanden wundern, dass ich 5 von 5 Sternen vergebe, oder?

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10 Gedanken zu “Rezension: Six of Crows.

  1. Haaach, ich wollte doch spaaaren! S-p-a-r-e-n! xD Aber die Kindle-Version ist (zwar nichts für Buchnerds, aaaaaaaaber) glücklicherweise um einiges günstiger als die 17 € fürs Hardcover … Aber ich hab doch noch so viele Bücher. Und ich müsste Japanisch lernen! o.o Und und aber und aaahhh … Sieh dir an, was du mit meinem Hirn tust! Wegen dir muss ich nun mit mir streiten! ^^

    • Ach, es soll ja auch nicht immer auf’s Äußere ankommen! ;D [Obwohl das Hardcover echt verdammt wunderschön ist] Die Kindle-Version ist auch eine gute Alternative, Hauptsache ist doch, dass du dir diese krasse Story gönnst! :)
      Aber das Problem mit dem Zeitmanagement habe ich auch oft, tut mir leid, dass ich dich bis zum Streit mit dir selbst getrieben habe! 😂

      • Ja, aber es würde ja ab Oktober ohnehin in meinem alten Kinderzimmer oder im Keller meiner Eltern verstauben. ;)
        Werde mir das Buch vermutlich für die nächste Zugfahrt zulegen. Für Geld! ;_; Gemeinheit. Wobei … dafür hab ich dir das Gaming-Dingsbums für 7.000€ gezeigt. Ich glaube wir sind mehr als quitt, was das angeht xD

  2. Oh Gott, ich freue mich auch schon so sehr auf die Fortsetzung! Vor allem beeindruckend finde ich die interessanten und einzigartigen Charaktere, die Leigh Bardugo geschaffen hat, ich hätte ihr das echt nicht zugetraut. Und so gutes Material zum Shippen. :D

  3. Tolle Rezension, die ich so nur zu hundert Prozent unterschreiben kann.

    Nach der Grischa-Reihe, die ich durchaus mochte, die aber trotzdem die ein oder anderen Schwächen hat, habe ich das wirklich nicht von Leigh erwartet. Und der ganze Hype um das Buch hat mich damals eher misstrauisch gemacht, weil ich manchmal mit diesen extrem gut vermarkteten Büchern nichts anfangen kann. Aber hier hat sie sich wirklich nochmal selbst übertroffen und ich bin wahnsinnig gespannt, wie sie die Reihe beenden wird.

    Und bei den Pairings kann ich mich auch nicht entscheiden. Das ist eine der wenigen Reihen, bei denen ich einfach nur denke: Happy End für alle bitte! Und ich würde es nicht einmal ätzend finden, was sehr viel darüber aussagt, wie toll diese Charaktere sind.:)

  4. Pingback: Gelesen: Februar 2016. | the world in a box

  5. Ok, jetzt hab ich deine Rezension gelesen und sie spiegelt so genau das wieder, was ich an dem Buch mochte. Vor allen Dingen das mit den Liebesbeziehungen. Ich mochte dass sie so subtil, aber immer noch da waren. Es war so ein bisschen wie Hunger Games (Die Bücher, nicht die Filme). Toll!
    Wenn ich nicht schon vorher von Six of Crows begeistert gewesen wäre, hätte ich das Buch auf jeden Fall nach deiner Rezension gekauft :D

    Liebe Grüße,
    Susanne

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