Rezension: Der Ozean am Ende der Straße.

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Titel: Der Ozean am Ende der Straße.
[Original: The Ocean at the end of the lane.]
Autor: Neil Gaiman.
Verlag: Eichborn / Bastei Lübbe – Hardcover – 238 Seiten.
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Worum gehts

Anlässlich einer Beerdigung kehrt ein Mann mittleren Alters in seinen Heimatort zurück. Das Haus, in dem er aufwuchs, steht längst nicht mehr, doch es zieht ihn zu der Farm am Ende der Straße. Hier lebte früher Lettie Hempstock mit ihrer Mutter und Großmutter. Der Mann hat seit Jahrzehnten nicht mehr an die außergewöhnliche Lettie gedacht. Doch nun kehren die Erinnerungen wieder zurück: an den Ententeich, der angeblich ein Ozean sein soll. An eine Vergangenheit, die zu seltsam, zu beängstigend und zu gefärhrlich ist, als dass sie jemandem hötte widerfahren dürfen, schon gar nicht einem kleinen Jungen … Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem Roman von der übergroßen Macht von Freundschaft und Vertrauen in einer Welt, in der nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Meine Meinung

Das erste, was mir in den Sinn kam, als ich Der Ozean am Ende der Straße ausgelesen hatte, war: „Warte mal.. Hatte der Hauptcharakter überhaupt einen Namen?“ – Nein, Isa, hatte er nicht. Zumindest wurde er nie erwähnt. Ganz genau – Das ist wie damals bei Fight Club und du hast es wieder die ganze Zeit lang nicht mitgekriegt. Gut gemacht! Naja, jedenfalls…

Ich liebte unseren namenlosen Hauptcharakter, der viele meiner eigenen Eigenschaften als Kind inne hatte: Er liebt Bücher, ist nicht sonderlich sozial, sondern lebt lieber in seiner eigenen, kleinen Fantasiewelt.. Und – was am wichtigsten ist – er ist tierlieb und vernarrt in ein kleines Kätzchen. So hat er sich sofort einen Platz in meinem Herzen ergattert. Genau wie die herrliche Lettie Hempstock!

Ehrlich gesagt fällt es mir relativ schwer, meine restlichen Gedanken in Worte zu fassen. Ich habe mir nach den einzelnen Kapiteln auch keine Stichpunkte gemacht, oder ähnliche Gedankenstützen, die beim Schreiben dieser Rezension durchaus hilfreich wären.. Nein, ich habe einfach gelesen und gelesen und gelesen und plötzlich war ich schon am Ende der zweihundertachtunddreißig Seiten angelangt.
Der Ozean am Ende der Straße ist so ein Buch, das man ab einem gewissen Punkt nicht mehr aus der Hand legen kann und einfach verschlingen muss. Obwohl ich zu Anfang ein bisschen Zeit brauchte, um mich an die [in der deutschen Variante oft etwas stockige] Schreibweise zu gewöhnen, hatte ich schon nach ein paar Kapiteln überhaupt keine Probleme mehr damit und war vollkommen gefangen in dieser faszinierenden Welt, voller magischer und seltsamer Wesen. Die Geschichte baut schnell Spannung auf, man lernt tolle Charaktere kennen, und auch wenn das böse Monster eigentlich gar nicht böse ist [und das oft erwähnt wird], kann man sich im einen oder anderen Moment auch ganz ordentlich gruseln.

Fazit

Neil Gaiman erzählt mit Der Ozean am Ende der Straße eine wunderbare Geschichte über ungewöhnliche Freundschaften, die in der Kindheit wie aus dem Nichts entstehen können. Er schreibt auf sehr metaphorische Weise über das Erwachsenwerden, über Vertrauen und Angst, und den Mut, diese zu besiegen. In meinen Augen ist dieses Buch die perfekte Wahl für die kältere Jahreszeit. Es lädt praktisch dazu ein, es sich – zusammen mit Kuscheldecke und Tee – auf der Couch gemütlich zu machen, und in die Welt von Lettie Hempstock und ihrem namenlosen Freund einzutauchen.

Ich erzähle dir jetzt etwas Wichtiges. Erwachsene sehen im Inneren auch nicht wie Erwachsene aus. Äußerlich sind sie groß und gedankenlos, und sie wissen immer, was sie tun. Im Inneren sehen sie allerdings aus wie früher. Wie zu der Zeit, als sie in deinem Alter waren. In Wirklichkeit gibt es gar keine Erwachsenen. Nicht einen auf der ganzen weiten Welt …

Vier SterneIch vergebe vier von fünf Sternen.

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Allerbesten Dank an Bastei Lübbe für dieses wunderschöne Rezensionsexemplar!
Der Ozean am Ende der Straße war mein allererstes Buch vom Herrn Gaiman und es hat mich definitiv überzeugt, noch mehr seiner Werke zu lesen.

Ein Gedanke zu “Rezension: Der Ozean am Ende der Straße.

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